Salzburger Hochschulwoche 2010
01.08.2010 - 08.08.2010
Die Salzburger Hochschulwoche 2010 stellt sich einem Thema, das im Zuge begrenzter Lebensressourcen eine besondere Intensität verspricht und zu kritischen Positionsbestimmungen herausfordert: "Endlich: Leben und Überleben".
Die befristete Lebenszeit und das Ende des Lebens überhaupt sind Probleme, die Religionen immer wieder bearbeitet haben. Für das Christentum verbindet sich damit - prekär genug - eine Hoffnungsperspektive. Die menschliche Endlichkeit, die sich komplex in unseren Handlungsoptionen durchsetzt, vermittelt sich im Glauben an die unendliche Lebensmacht Gottes. Die Reich-Gottes-Botschaft Jesu Christi erfasst sie unter einem besonderen Vorzeichen: nichts ist dringlicher als der Macht des Lebens über den Tod Raum zu geben. Das "Endlich!" des diesjährigen Programmtitels arbeitet in seinen unterschiedlichen Konnotationen an dem, was an- und was aussteht. Endlich - das nimmt unsere Existenz-Limits ernst. Endlich - darin steckt ein befreiendes Moment, ein Anfang. Endlich - das meint zugleich die Anspannung angesichts anstehender Aufgaben.
Allemal hat solche "Eschatologie", konkret gedacht und lebensweltlich orientiert, einen Lebensbezug. "Leben und Überleben" zeigen die Tiefendimensionen unserer alltäglichen Lebenskämpfe an. Oft genug sind die Überlebenskämpfe, psychisch, wirtschaftlich, medizinisch. Insofern sucht die Salzburger Hochschulwoche 2010 nach Bausteinen einer Eschatologie des globalisierten Alltags, in dem sie seine Risikopotentiale zu bestimmen, aber auch seine Ressourcen aufzudecken sucht. Sie will Handlungsoptionen entwickeln, die an den unabweisbaren Rekombinationen von Tod und Leben ihr Maß finden.
Dabei verwickelt sie Theologie und Ökonomie, Ökologie und Politik, Wissenschaftsgeschichte und Zukunftsforschung in ein Gespräch. In den verschiedensten Diskursen fragt die Salzburger Hochschulwoche 2010 nach dem Stellenwert und der Bedeutung von dem, was ENDE und ENDLICHKEIT in unserem Leben und für unser Überleben (das mehr als nur bloßes Weitermachen meint) anzeigen.
